Xoxo Interview Übersetzung
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Als ich im Büro des Managements von Anastacia in Central LA saß, fragte ich mich wie diese Künstlerin, die Millionen von CDs verkauft hat, eine private Person sein kann, wenn jeder ihrer Schritte von der Presse verfolgt wird. In dem Moment wurde mir schlagartig klar, dass ich selber eine von „denen“ war, die sich in das private Leben der Stars einschleichen. Und in diesem Moment trat sie in das Büro und schüttelte mir auf nette und warme Weise die Hand. Bevor ich anfangen konnte ihr Fragen zu stellen, begann Anastacia bereits mir Fragen zu stellen, wie: „Woher kommt dieser schöne Akzent?“, „Wie lange bist du schon in LA?“ und „Wie gefällt es dir hier?“ Anastacia ist einfach ein Mädchen von nebenan, aber ein sehr gutaussehendes. Sie hielt Augenkontakt während der gesamten Unterhaltung und das bedeutet, sie hörte wirklich jedem Wort zu, das ich sagte und ich fühlte mich einfach gut. Auf einmal kam es mir nicht mehr so vor, als würde ich ein Interview mit einem Superstar führen, sondern mit einem guten, alten Freund. Während den letzten 5 Jahren hat Anastacia vieles durchgemacht. Sie litt unter der schweren Zeit des Brustkrebses, aber es gab auch Höhepunkte wie die über 20 Millionen verkauften Alben und der Auftritt mit ihrem Idol Elton John im New Yorker Madison Square Garden. Wenn man Anastacia nach dem Sinn ihres Lebens bewerten sollte, würde ich sagen, dass ihre Musikkarriere an zweiter Stelle steht. Diese starke Frau wurde ausgesucht um zu kämpfen, zu führen und um zu überleben. Man kann ihre Stärke und ihren Charakter in ihrem einzigartigen und frischen Stil spüren,  der aus ihrem inneren kommt und sie übt eine Kontrolle mit ihrer Stimme aus, die einem das Adrenalin schneller durch die Adern schießen lässt. Exclusiv für Xoxo sprach sie über ihre Vergangenheit, die Gegenwart und ihre Zukunft, also lehnt euch zurück und genießt!

 

Wenn ich deine Musik höre ist sie schwer in eine Kategorie zu packen. Sie springt zwischen Rock und Soul und dann wieder zurück zu Pop.

 

Wie würdest du deine Musik kategorisieren?

 

Ich mag es nicht gerne, mich in eine Kategorie einteilen zu lassen, weil meine Erscheinung das bereits tut, vielleicht auch meine Persönlichkeit. Aber meine Kreativität als Künstlerin erstreckt sich über so viele Kategorien. Ich bin nicht einfach nur R&B. Ich bin nicht nur eine Ballade, weil ich bin nicht einspurig als Person und ich fühle mich wohl damit. Die verschiedenen Musikstile reflektieren einfach wer ich bin. Ich kann lustig und fröhlich oder auch ernsthaft sein. Diese verschiedenen Stimmungen hängen jeweils davon ab, wie ich mich in diesem Moment fühle.

 

Auf deinem selftitulierten Album gibt es einen Song namens „Pretty Little Dum Dum“ und der Text scheint an eine bestimmte Person gerichtet zu sein, mit dem Hinweis eine Beziehung lieber zu beenden. War das wirklich ein Rat, den du geben wolltest und wenn ja war es das erste Mal, dass du versucht hast Ratschläge durch einen Song zu erteilen?

 

Ja es war wirklich so. Ich versuchte an jemanden ranzukommen, der einfach nicht verstehen konnte was los war und es war nicht mein erster Versuch. Ich benutzte nicht genau diese Worte als ich versuchte einen Rat zu erteilen, aber ich fand es war ein gutes Thema für einen Song und so beschloss ich über diese wundervolle Person zu schreiben, die leider sehr unwissend und naiv war was das Leben betraf. Ich hoffte mit diesem Song eine Message an ein großes Publikum weitergeben zu können. Ich hoffe Texte wie dieser haben einen positiven Effekt auf die Menschen.

 

Nach „Pretty Little Dum Dum“ folgt ein schnellerer Song auf dem Album, der sich „Sexy Single“ nennt. Liege ich richtig, dass du ihn über dein Leben als Single-Frau geschrieben hast?

 

Das stimmt! Single zu sein war wunderbar, genauso wie eine Beziehung zu haben. Aber es ist wichtig, dass man sich so fühlen kann und man mit sich selbst zufrieden ist. Manchmal frage ich mich warum es als ein „Muss“ gilt mit jemandem zusammen zu sein, auch wenn es manchmal hart sein kann. Es ist schwer eine gute Beziehung zu führen, wenn man nur mit jemandem zusammen sein will, um nicht allein zu sein. So in dieser Zeit wollte ich Single sein und fühlte mich wohl damit. Es hat Spass gemacht „Sexy Single“ zu schreiben.

 

2003 hast du Brustkrebs bekommen. Wie hat es dich beinflusst?

 

Die Strahlentherapie hat mir alles abverlangt. Die tägliche Behandlung hat mich an einen Abgrund gebracht und für mich, die normalerweise hart arbeitet war es wirklich schwer. Ich habe oft vergessen mit wem ich gesprochen hatte und das war wirklich frustrierend, weil ich mag es viel zu tun zu haben, so dass man am Ende des Tages das Gefühl hat etwas erreicht zu haben. Ich bin besser darin mich um andere zu kümmern, als um mich selbst. Meine Freunde nennen mich Ana-Clause, weil ich es genieße mich zu kümmern, zu organisieren und zu beschenken. Den Patienten in mir zu akzeptieren, es einfach locker zu nehmen und es einfach auf mich zu kommen zu lassen, war eine schwierige und wirklich harte Erfahrung.

 

Wie war dein Eindruck von Stockholm und Schweden?

 

Ich war schon ein paar Mal in Stockholm. Ich habe dort einen MTV Award präsentiert und ich habe dort ein paar Konzerte gegeben. Ich bin also ziemlich oft dort und es gefällt mir sehr gut. Die Schweden sind sehr nett und freundlich. Ich denke, dass die Schweden den Australiern sehr ähnlich sind, sie sind sehr natürlich und traditionell.

 

Bei all den Tourneen und Konzerten, die du gegeben hast, gibt es einen Favoriten?

 

Das muss der Auftritt mit Elton John im Madison Square Garden gewesen sein, im ersten Jahr meiner Karriere. Es hat einen tiefen Eindruck bei mir hinterlassen, weil ich noch nie im Madison Square Garden aufgetreten war, noch nie vor so einem riesengroßen, schreienden Publikum wie dort und zur gleichen Zeit auf der Bühne mit einem so großen Idol. Elton hat mich von unserem ersten Treffen an als einen besten Freund behandelt. Dann kommt das Konzert mit Pavarotti in Italien, als er einen der Songs mit mir gesungen hat, den ich für das erste Album geschrieben hatte. Er sang die Verse und den Refrain und ich fiel im Duett ein.

Momente wie dieser definieren wirklich das was ich tue und das ich Erfahrungen in so verschiedenen Musikrichtungen machen kann. Auf meinen eigenen Konzerten gibt es aber nichts was besser sein könnte, weil meine Fans sind immer fantastisch und haben Spass.  Ich gebe immer mein Bestes, damit jeder im Publikum eine gute Zeit hat – am Ende ist das mein Job.

 

Es ist schwer deine Musik einzuordnen und ebenso schwer eine Band zu finden, die ähnlich ist, auch wenn ich schon gehört habe, dass deine Stimme mit der von Tina Turner verglichen wird. Hast du das auch schon gehört und denkst du das es stimmt?

 

Ja davon habe ich gehört, und ich bin mehr mit ihr verglichen worden als irgendein Künstler vorher. Für mich ist das eine Ehre, aber ich hoffe das es für sie auch in Ordnung ist. Nachdem ich Auftritte von ihr auf Video gesehen habe verstehe ich es besser, weil wir leben beide in der Gegenwart. Tina Turner war niemals fehl auf der Bühne und sie war immer sie selber. Ich fühle dasselbe wenn ich auftrete. Ich kann nicht auf die Bühne gehen und irgendjemanden kopieren. Ich möchte einfach ich selber sein und Spass haben.

 

Hast du das Gefühl, dass du aufgrund desses wer und was du bist und erreicht hast, dass du viele andere Gelegenheiten verspasst haben könntes?

 

Nein, ich mache Dinge immer noch so wie immer. Ich hab immer noch die gleichen Freunde wie früher. Ich habe wirklich gute Freunde, die die gleichen Werte wie ich habe. Das Leben ist zum leben da und man muss nicht an allen neuen und coolen Orten sein.

 

Wie wichtig ist es Anastacia die Künstlerin und Anastacia die Person auseinanderzuhalten?

 

Es ist sehr wichtig. Die Leute vergessen, dass es nur ein Job ist und nicht das was du als Person bist. Es macht Spass zu Parties zu gehen und schöne Klamotten zu haben. Niemand will im Schlafanzug auftauchen wenn die Photographen Bilder machen, auch wenn sie dich in die Kategorien der am besten oder am schlechtesten angezogenen Leute stecken. Wenn die Party vorbei ist kann man sich im Schlafanzug entspannen. Manche Leute scheinen zu vergessen wie einfach es ist zu entspannen. Ich würde mein Leben als Star niemals die anderen Dinge in meinem Leben übernehmen lassen.

 

Welche anderen Jobs hast du schon gehabt?

 

Ich habe in einem Fitnessstudio gearbeitet, an der Rezeption bei einem Juwelier. Ich habe in einem Klamottenladen gearbeitet und als ich nach LA gezogen bin, war ich sogar arbeitslos.

 

Du scheinst dich mehr auf Europa als auf Amerika zu konzentrieren seit deine Karriere begonnen hat. Warum ist das so und wird es sich ändern?

 

Nicht wenn es sich nicht von alleine ändert, weil ich selber nichts ändern möchte. Ich bevorzuge es eine ganz normale Amerikanerin zu sein kein amerikanischer Superstar, auch wenn ich hier berühmt bin und respektiert werde. Ich hatte viele große Auftritte hier, aber nicht so viele wie in Europa. Es ist gut so, weil ich mich entspanne kann zuhause. Es wäre schwieriger wenn ich nirgends mehr hingehen könnte.

 

Ist die Presse in Europe aufdringlicher als in der USA?

 

Nein die Presse war immer nett zu mir. Ich war kein Teenager mehr, als ich in dieses Business eingestiegen bin und daher habe ich vernünftigere Entscheidungen treffen können über das was ich wollte und was nicht. Ich bin immer klar darin, welche Fragen ich beantworten will und wenn es zu persönlich wird sage ich einfach „Nächste Frage“.

 

Auf deinem letzten Album hast du mit Sonny von P.O.D. den Song „I Do“ aufgenommen. P.O.D ist bekannt als christliche Rockband. Bist du praktizierende Christin?

 

Nein bin ich nicht. Für den Song “I Do” habe ich nach jemandem gesucht, der wirklich mitschreien konnte und ein guter Freund von mir nannte mir den Namen von Sonny. Sonny hat nicht lange gebraucht, um herauszufinden, dass ich eine spirituelle Person bin, auch wenn ich keiner Religion angehört. Es ist eine interessante Philosophie aber es muss nichts bedeuten.

 

Du wurdest in Chicago geboren, aber wie alt warst du als du nach New York gezogen bist?

 

Ich glaube ich war 13. Mein Vater ist nach Scarsdale gezogen, also ging ich oft zu ihm und wieder zurück nach New York. Dann zogen wir nach Manhattan und das ist der Ort an dem ich gefühlsmässig aufgewachsen bin.

 

Was ist deine frühste Kindheitserinnerung?

 

Meine frühste Kindheitserinnerung ist in Florida, seit meine Eltern dort ein Haus hatten. Ich erinnere mich, dass ich immer nackt herumgerannt bin und gerne barfuß auf Kakerlaken getreten bin.

 

Hast du glückliche Erinnerungen an deine Kindheit?

 

Wir waren ein glückliche kleine Familie. Aber mein Aufwachsen war sehr konservativ. Ich habe bis ich 21 war nie getrunken und dann habe ich viel zu viel Bier getrunken und das erste Mal, dass ich betrunken war war wirklich kein Spass. Meine Mutter hat mir immer gesagt, dass ich mir meine Drinks selber kaufen und immer die Hand darüber halten soll, damit niemand etwas hineinschütten kann.

 

Wie hast du einen Plattenvertrag bekommen ohne in einer Band zu sein?

 

Ich habe mit vielen verschiedenen Produzenten gearbeitet und ich habe mein bestes getan, um sie für mich zu interessieren. Vor vielen Jahren traf ich mich mit Randy Jackson, um ihn für mich zu interessieren, aber er sagte mir, dass die Branche sehr hart sei und das ich die richtigen Songs haben müsste etc. Vor unserer ersten Unterhaltung spielte ich den Song „Not That Kind“, was der Titel meines ersten Albums war und meine zweite Hit Single wurde. Ich traf Randy auf einem Mariah Carey Konzert und sagte zu ihm: „Warst du nicht derjenige, der zu mir gesagt hat, dass ich die richtige Musik brauche und den richtigen Song, der einfach so 8 Millionen Singles verkauft?“, und er drehte sich um und sagte leise „Manchmal macht man eben Fehler“. „Ja aber das war dein grosser Fehler“, sagte ich und lachte. Ich habe auch mit einem Typen namens OJ Pearce gearbeitet, der auch R.Kelly gemanagt hat und er half mir mit ein paar Songs. Davor habe ich auf Hochzeiten gesungen in LA, um das richtige Bühnenfeeling zu bekommen.

 

Welche Musik hörst du heute?

 

Witzigerweise höre ich gar nicht so viel Musik. Die einzige Musik die gespielt wurde, als ich aufwuchs waren Barbara Streisand und Elton John. Wenn ich so darüber nachdenke, ist das vielleicht einer der Gründe, dass ich anders klinge als alle anderen.

 

Du hast das Wort “Forever” auf deinen Rücken tättowiert. Was bedeutet das „Forever“ für dich?

 

Ich liebe dieses Wort, weil es etwas ist was nie vergeht – es ist für immer. Ich finde es ist ein wundervolles Wort, dass viele Leute verwenden ohne es zu meinen. Es hat eine tiefe Bedeutung und ich finde es passt als Tattoo auf meinen Rücken.

Das neueste aus der Anastacia-Welt ist deine Modekollektion mit S.Oliver. Wer ist die treibende Kraft dahinter?

 

Ich hatte immer Glück gehabt, dass ich mit so tollen Designern zusammen arbeiten konnte und als Künstlerin bist du oft in der Modewelt unterwegs aus wegen verschiedenen Gelegenheiten. Es wird immer darauf geachtet welche Jacke oder welches Kleid du anhast und ob du ein Auge für Mode hast. Dann bekommst du die Gelegenheit in die Modebranche einzusteigen. Es ist von grossem Interesse für mich und ich habe schon immer meine eigenen Klamotten entworfen. Ich gehe zu Planungs- und Designingtreffen und wir haben verschiedene Kollektionen jedes Jahr. Es ist eine harte Branche. Die Kollektion startete in über 500 Geschäften und wir wachsen ständig weiter. Ich habe einen Duft namens „Resurrection“ veröffentlicht. Die Leute fragen mich ständig welches Parfum ich trage und ich habe nie das richtige gefunden. Also habe ich mein eigenes gemacht.

 

Trägst du heute deine eigenen Klamotten?

 

Na klar! Ich würde heute meine eigenen Jeans tragen, aber alles ist neu und wird für die Frühlingskollektion gebraucht, also habe ich fast keine Jeans mehr im Moment.

 

Was ist dein Lieblingsdrink?

 

Fast alles ohne Coffein. Coffeinfreie und zuckerfreie Cola mag ich am liebsten, aber sie ist schwer zu finden in Europa.

 

Was ist deine Lieblingsfarbe?

 

Komischerweise habe ich keine. Ich mag alle Erdfarben.

 

Wann können wir dich wieder in Schweden erwarten?

 

Ich weiß es nicht genau, aber hoffentlich wird es nicht allzu lange dauern.

 

Erzähl uns etwas über dich, dass deine Fans nicht wissen.

 

Glaube mir, sie wissen mehr über ich als ich selber. Es ist viel interessanter zu wissen was sie über mich wissen.

Wie bleibst du so gut in Form? Gehst du ins Fitnessstudio?

 

Meine Schwester ist ein persönlicher Trainer, aber ihr verdanke ich meine gute Form nicht wirklich, weil ich keine Workout mache. Ich denke es ist einfach Veranlagung. Ich esse was ich möchte, aber ich esse nicht zu viel. Ich verliere oft Gewicht, wenn ich auf Tour bin, weil dann steht Essen an letzter Stelle. Ich habe Bikram Yoga gemacht, aber jetzt habe ich Rückenprobleme und lasse es etwas lockerer angehen. Ich kümmere mich besser um mein Innreres, mein Herz und meine Power, als um mein Äusseres.